Es war bewölkt. Wie jedes Jahr an diesem Tag schien die Sonne nicht. Obwohl es schon fast Sommer war. Es wehte ein kühler Wind und sie versuchte einfach nur zu atmen. Doch sie konnte nicht. Sie spürte, wie Tränen in ihr aufstiegen und sich den Weg über ihr Gesicht nach unten bahnten. Sie stand vor seinem Grab und weinte. Sie weinte so, als sei es nicht schon Jahre her, sondern als wäre es eben erst passiert. Das Gefühl von Machtlosigkeit und unendlicher Traurigkeit nahm sie wieder ein und verdunkelte ihre blauen Augen.
Inspiriert von #früher gestern Nacht auf Twitter… Hier ein paar meiner Erinnerungen an früher…
… als ich stundenlang in meinem Zimmer saß und Malbücher voll malte.
… als mein liebstes Spielzeug auf der Welt meine Legobox war.
… als ich ein rosa Fahrrad hatte und ich und meine Schwester (mit Stützrädern) im Hof damit rum fuhren und uns vorstellten, wir würden ins Polly Pocket Land fahren.
… als meine Schwester und ich richtige kleine Telefone hatten, die mit einem Kabel verbunden waren, um von einem Zimmer ins andere telefonieren zu können.
… als mit 10 meine größte Sorge war, dass ich mal unverheiratet und allein sein würde, wie meine Klassenlehrerin.
Neue Beziehung. Bauchkribbeln, Herzklopfen, rosarote Brille, uneingeschränkte Begeisterung für den Anderen und das Gefühl einen perfekten Menschen gefunden zu haben. Jemand der wirklich zu einem passt und alle Erwartungen erfüllt, die man an einen Partner stellt.
Nach einigen Monaten, ist die rosarote Brille weg. Liebe entwickelt sich und erste Macken kommen zum Vorschein und man stellt fest, dass man den Anderen doch nicht so gut kannte und dass man die Wissenslücken mit eigenen Erwartungen gefüllt hat. Erste Ernüchterung macht sich breit. Falls die Lücken nicht zu groß sind und man das Gefühl hat trotzdem noch gut zusammen zu passen, dann bleibt man zusammen. Im besten Fall ist man glücklich.
Irgendwer hat mal irgendwo rausgefunden, dass auch Menschen, die glücklich in einer Beziehung leben, “nur” ca. 70% ihrer Bedürfnisse bzw. Erwartungen erfüllt sehen. Sprich der Partner mit dem man zusammenlebt und den man liebt, erfüllt ca. 70% der persönlichen Erwartungen, die man eigentlich an einen potenziellen Partner stellt. Bleiben also unerfüllte 30%.
Diese sind prinzipiell kein Problem, sollte man zumindest meinen.
Hab gestern Nachrichten geschaut, weil alle wegen des Hochwassers jammern. Das Jammern an sich tangierte mich eher peripher, da ich, egoistisch wie der Mensch an sich nun mal ist, nicht davon betroffen bin. Werde jammern, wenn es so weit ist. Versprochen. Jedenfalls sah ich ihm Fernsehen schwimmende Häuser und tauchende Keller und fand es so schlimm, wie man es als unbetroffener Beobachter mit einigermaßen EQ eben empfinden kann.
Das alles änderte sich jedoch ein wenig, als ich plötzlich den Namen einer kleinen Stadt hörte, die besonders schlimm von allem betroffen ist. Aus dieser Stadt kommt Hefan, einer der beiden Freaks. Ich drehte den Fernseher lauter, sah die schlimmen Bilder plötzlich mit anderen Augen und find an mir ernsthafte Sorgen um seine Familie zu machen. Da ich die Nachrichten nachts gesehen hatte und ich um diese Uhrzeit wohl kaum eine Antwort auf eine Email bekommen hätte, beschloss ich bis zum nächsten Tag zu warten.
Heute morgen also, als ich in der Arbeit war, schrieb ich ihm eine Email, mit folgendem Inhalt:
Vorherrschendes Gefühl für 2011? – Die Hoffnung, dass alles besser wird oder zumindest ein wenig leichter. Was hast du in diesem Jahr das erste Mal getan? – Ich bin das erste Mal geflogen. Und hab mir mein erstes Auto gekauft. 2010 leider gar nicht getan? – Ich bin nicht nach Berlin gefahren, so wie ich es wollte. Was hast du in diesem Jahr vermisst? – Den Nerd und die Freaks. Was war dein Lied 2010? – Yolanda be cool~we no speak americano und Queen~under pressure. Deine CD des Jahres? – Keine Ahnung wann ich mir das letzte Mal eine CD gekauft habe. Was war dein Film des Jahres? – Closer. War sehr sehr aufschlussreich. Welche Serie hast du dieses Jahr am häufigsten und am liebsten gesehen? – Californication, One Tree Hill, Scrubs, Simpsons. Welches Buch war das Beste, das du in diesem Jahr gelesen hast? – “Ich war erst 13″ und “Wenn das Leben ein Strand ist, sind die Frauen das Mehr.” Dein Wort des Jahres? – Verrückt. Stadt des Jahres? – Wien und Palma. Haare länger oder kürzer? – Länger. Weit über die Mitte des Rückens Glücklicher oder „deprimierter“? – Schwer zu sagen. Aber ich hab eine Menge Erkenntnisse dazu gewonnen. Kurzsichtiger oder Weitsichtiger? – Weitsichtiger. Mehr ausgegeben oder weniger? – Mehr Krankenhausbesuche? – 1 Essen des Jahres? – Spaghetti mit Tomaten-Rucola-Soße Person, mit der du am häufigsten telefoniert hast? – Theres, Muskelmann, Anwalt, Hefan. Person, mit der du am häufigsten gechattet hast? – Muskelmann, Anwalt, Lieblingsberliner. Die schönste Zeit verbracht mit? – Meiner Familie, den Freaks, Theres, Anwalt. Die meiste Zeit verbracht mit? – Außer mit der Familie, mit Theres. Erkenntnis des Jahres? – Man bekommt keine zweite Chance. Drei Dinge auf die ich gut hätte verzichten können? – dass die Freaks weggezogen sind, den Autounfall, Streit. Beste Idee/Entscheidung des Jahres? – Mir ein Auto zu kaufen. Schlimmstes Ereignis? – Als der Nerd und ich Schluss gemacht haben und die Freaks weggezogen sind. Schönstes Ereignis? – Mein Urlaub mit Theres, das Wochenende in Wien bei meiner Familie, mein Opa zu Weihnachten in Deutschland, als wir mein Auto geholt haben. 2010 war…? – Voller Höhen und Tiefen.
Habe heute Abend eine große Liebe von mir wiederentdeckt…
Nämlich dieses Lied.
Vor einigen Jahren habe ich es, aus Gründen, wochenlang rauf und runtergehört
und es irgendwann verloren. Und hier ist es wieder besser und wärmer denn je…
(drunter steht der Text)
Wir standen vor der Wohnungstür und das Herz schlug uns beiden bis zum Hals. Panisch und voller Angst davor, was meine Mama und mich erwarten würde, wenn die Tür aufging, schoben wir den Schlüssel ins Schlüsselloch. Ich dachte daran, wie ich mich bis vor einer halben Stunde noch durch spanische Handelskorrespondenz bequält hatte und daran, dass ich das zu dem Zeitpunkt für den schlimmsten Moment des Tages hielt. Jetzt wünschte ich mich zurück in mein Klassenzimmer.